Online-Studium neben dem Beruf

Mein Weg zur Medienfachwirtin

Schon während meiner Ausbildung zur Mediengestalterin stand für mich fest, dass das nicht das Ende meiner Bildungs-Leiter sein sollte. Den Medienfachwirt wollte ich auf jeden Fall machen!

Geprüfte/r Medienfachwirt/in

Der Medienfachwirt ist eine geregelte Aufstiegsfortbildung mit entsprechender, bundeseinheitlicher Prüfungsordnung. Die Prüfungen werden von der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer abgenommen. Der Abschluss des Medienfachwirts bewegt sich auf einer Ebene mit den Meisterabschlüssen. Durch ihn qualifiziert man sich für mittlere Führungspositionen im Unternehmen, da man sich neben spezifischen gestalterischen und technischen Kenntnissen, auch juristisches und betriebswirtschaftliches Fachwissen aneignet.

Der Vorbereitungslehrgang

2016, drei Jahre nach Abschluss meiner Ausbildung und bereits einem Jahr der Selbstständigkeit, fühlte ich mich dann bereit, die Fortbildung anzugehen. Bei meinen Internet-Recherchen nach einem geeigneten Bildungsträger, stieß ich auf das Angebot der TLA: Geprüfter Medienfachwirt/in im Online-Studium.
Bislang kannte ich nur die Modelle in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit, beide immer als Präsenzveranstaltungen. Von einem Online-Studium hatte ich bislang noch nicht gehört, es hatte aber sofort mein Interesse geweckt.

Das Versprechen:

  • Lernzeiten nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen einrichten
  • Aufgaben von überall bearbeiten
  • Inhalte im eigenen Tempo bearbeiten
  • Wissen in Präsenzveranstaltungen weiter vertiefen
  • Intensive Lernbetreuung durch Fachdozenten
  • Austausch mit anderen Teilnehmern in Foren und virtuellen Gruppenarbeiten

Das klingt gut! Das mache ich!
Und so startete im Herbst 2016 meine Aufstiegsfortbildung zur Medienfachwirtin.

Das Lernumfeld

Für das Online-Studium steht eine Lernplattform zur Verfügung, auf der die Skripte, Aufgaben und weiteres Informationsmaterial bereitgestellt werden. Hier kann man außerdem in virtueller Gruppenarbeit Diskussionsaufgaben bearbeiten und sich in Foren mit den Mitschülern und Dozenten austauschen. Auch Online-Meetings (Video-Konferenzen) mit Dozenten finden hier statt, bei denen einzelne Themen von einem Dozenten noch weiter vertieft werden.

So anonym und digital wie sich das jetzt vielleicht anhören mag, ist es allerdings nicht. Zum Start des Kurses gab es eine 2-tägige Kick-off-Veranstaltung, bei der man die anderen Kursteilnehmer, sowie weitere Mitarbeiter und Dozenten der TLA kennenlernte. Auch während des 18-monatigen Kurses gab es zu einzelnen Modulen Präsenzveranstaltungen, bei denen man sich in Hamburg zum gemeinsamen Lernen traf.

Die Inhalte

Grundsätzlich ist die Fortbildung in zwei Stufen unterteilt: Die Grundlegenden Qualifikationen (GQ), die mit einer entsprechenden Prüfung beendet wird und anschließend die Handlungsspezifischen Qualifikationen (HQ), die ebenfalls mit einer Prüfung beendet wird. Die GQ ist dabei noch nicht in Fachbereiche (Print und Digital) unterteilt und beschäftigt sich mit allgemeinen Themen, die branchenübergreifend für alle Fachwirte interessant sind.

Die Inhalte sind, wie bei anderen Bildungsträgern auch, in verschiedene Module unterteilt, die nacheinander abgearbeitet werden. Das sind:

Grundlegende Qualifikationen:

  • Betriebswirtschaftliches Handeln
  • Rechtsbewusstes Handeln
  • Zusammenarbeit im Betrieb
  • Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung

Handlungsspezifische Qualifikationen:

  • Produkte und Prozesse der Print- u. Digitalmedienproduktion
  • Medienproduktion und Verarbeitungsprozesse (in den Handlungsfeldern Print/Digital)
  • (Produktions-)Logistik
  • Kosten- und Leistungsmanagement
  • Medienrecht
  • Marketing
  • Personalmanagement

Das Lernen

Zum Lernen bekommt man bei der TLA Skripte zu jedem Thema zur Verfügung gestellt. Diese bilden die Grundlage zum Erlernen jedes Moduls. Um die Skripte zu unterstützen gibt es auch noch weitere multimediale Ergänzungsinhalte. Vertieft wird das Erlernte dann durch das Bearbeiten von Aufgabenstellungen, durch Beteiligung an Gruppen-Diskussionsaufgaben im Forum oder freiwilligen Kurztests.
Ich persönlich kann mir am besten Dinge merken, die ich (mit der Hand) aufgeschrieben habe – daher habe ich mir jedes Skript nochmal handschriftlich zusammengefasst. Jede Menge Arbeit, die man sich aber nicht unbedingt machen muss, wenn man nicht der Lerntyp dafür ist. Man sollte für das Lernen mindestens 10 – 12 Stunden pro Woche einplanen. Ich habe oft aber auch deutlich mehr Zeit gebraucht. Das Einreichen der Aufgaben und Beteiligen an den Diskussionen ist übrigens verpflichtend und terminiert. Es ist zwar möglich, um Aufschub für Abgabetermine zu bitten und es war auch immer möglich, diesen eingeräumt zu bekommen, in stressigen Phasen, gerät man aber manchmal doch ganz schön ins Schleudern.
Der große Vorteil ist jedoch, wie schon erwähnt, dass man immer und von überall lernen kann. So habe ich auch einige lange Zugfahrten mit dem Lesen von Skripten verbracht, abends auf dem Balkon Aufgaben gelöst oder sie eben dann in meinen Alltag integriert, wann es für mich passte.

Die Prüfungen

Nach etwa einem halben Jahr stand die erste Prüfung der Grundlegenden Qualifikationen an. Dies ist eine rein schriftliche Prüfung, zu der anwendungsspezifische Fragen zu jedem der vier Prüfungsbereiche bearbeitet werden müssen. Für jeden Prüfungsbereich hat man 90 Minuten Bearbeitungszeit. Die Prüfung teilte sich auf zwei Tage auf (also zwei Prüfungsbereiche pro Tag).
Eine bestandene GQ-Prüfung ist Zulassungsvoraussetzung für die HQ-Prüfung, also quasi eine Art Zwischenprüfung.

Nach 18 Monaten Gesamt-Lernzeit erfolgt schließlich die Prüfung der Handlungsspezifischen Qualifikationen. Diese besteht aus drei Teilen: Schriftliche Prüfung, Projektarbeit und mündliche Prüfung. Die schriftliche Prüfung teilt sich in zwei Prüfungsbereiche auf: Medienproduktion und Führung & Organisation. Auch hier wird wieder an zwei Tagen geprüft.
Im Anschluss daran beginnt die Projektarbeitsphase von vier Wochen. Ob sie direkt am nächsten Tag beginnt oder mit etwas zeitlichem Spielraum ist von IHK zu IHK unterschiedlich. Auch ist die Themenauswahl bei jeder IHK anders geregelt. Ich durfte meiner IHK bspw. selbst einen Themenvorschlag einreichen. Dieser wurde von der IHK noch etwas ergänzt und konkretisiert und freigegeben. Somit schlossen sich bei mir unmittelbar vier sehr intensive Wochen des Schreibens, Recherchierens, Kalkulierens und Planens an. Fertig gedruckt und gebunden, war ich dann sehr erleichtert, meine Arbeit einreichen zu können.
Ca. vier Monate später folgte mit der mündlichen Pürfung dann -endlich- der letzte Prüfungsteil. Die mündliche Prüfung besteht aus einer 15-minütigen Präsentation seiner, in der Projektarbeitsphase erarbeiteten, Konzeption und einem 15-minütigen Fachgespräch zur Konzeption.

Meeega erleichtert geht man hier raus, wenn man alles geschafft hat und sich Medienfachwirt/in nennen darf!

Die Ausbildereignung (AEVO)

Eine der Zulassungsvoraussetzungen für die HQ-Prüfung ist noch die Ausbildereignung. Da ich noch keinen Ausbilderschein zum Start des Kurses hatte (wie die meisten im Kurs), musste ich zwischen die Medienfachwirt-Lernerei noch einen Vorbereitungskurs mit anschließender Prüfung zur Ausbilderin schieben.
Auch den AEVO-Kurs kann man bei der TLA als Onlinestudium belegen – organisatorisch ist er genauso aufgebaut wie der Medienfachwirt Kurs. Der Vorbereitungskurs dauert etwa einen Monat.
Die anschließende Prüfung (bei mir vor der Handwerkskammer) setzt sich zusammen aus einer schriftlichen Prüfung (Multiple-Choice-Fragen) und einer mündlichen Prüfung in Form einer „Ausbildungssituation“ (eine Art Rollenspiel) mit anschließendem Fachgespräch.

Kosten und Aufstiegs-BAföG

Die Kosten für die Vorbereitungskurse der TLA liegen bei ca. 6.600 €, die in 18 monatlichen Raten bezahlt werden. Hinzu kommen noch Kosten für benötigtes Material (z.B. Gesetzesbücher), die Prüfungen, das „Meisterstück“ (Druck etc.), sowie Anfahrts- und Unterkunftskosten. Nicht gerade wenig.
Zum Glück wird der Medienfachwirt als anerkannte Aufstiegsfortbildung staatlich gefördert, z.B. durch das „Aufstiegsfortbildungs-Förderungsgesetz“ (AFBG), das sogenannte Aufstiegs-BAföG. Hierdurch war es möglich, einen Zuschuss von 40% auf alle entstehenden Kosten zu bekommen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Für den Rest kann man zu günstigen Konditionen ein Darlehen bei der KfW aufnehmen – muss man aber nicht.
Weitere Förderungsmöglichkeiten sind u.U. auch noch gegeben.

Mein Fazit

Es ist nicht immer leicht, die Fortbildung mit Job, Familie und Freunden zu vereinen – oft wird es sehr stressig und irgendein Teil muss immer zurück stecken. Glück hat, wer einen Partner zuhause hat, der einen unterstützt und den Rücken freihält – danke Johannes! :)
Auch muss man, gerade im Onlinestudium, jede Menge Disziplin und Selbstmotivation aufbringen, immer am Ball zu bleiben, Skripte zu bearbeiten und Aufgaben termingerecht abzugeben. Aber genauso wächst man auch an diesen Herausforderungen und blickt am Ende mit Stolz auf das zurück, was man geleistet hat.

Fachlich hat mir die Fortbildung auf jeden Fall sehr viel weiter geholfen, unsere kleine Agentur besser zu strukturieren, Abläufe zu optimieren und unseren Kunden kompetentere Lösungen anbieten zu können. Speziell die Bereiche Betriebswirtschaft, Medienrecht, Projektmanagement und Marketing haben einen Schub erlebt, den ich mir sonst nie hätte erarbeiten können. Für mich hat sich die Fortbildung auf jeden Fall gelohnt!

Ich kann definitiv empfehlen, die Fortbildung zu machen! Gerade wenn man noch jung ist, fällt einem das Lernen viel leichter – das ist die beste Zeit, für die spätere Karrierelaufbahn vorzusorgen, egal ob als Angestellter oder Selbstständiger.

 

Die TLA hat mit mir auch ein kleines Interview geführt, das könnt ihr hier nachlesen: Zum Interview mit der TLA

Ganz detaillierte Informationen zum Medienfachwirt findet ihr hier in dem Heft der Zfa: Zum Infomaterial

Hi, ich bin Svenja, frischgebackene Medienfachwirtin und blogge hier über den Büroalltag beim Monolith Collectiv und allem Möglichen rund um WordPress und Websites.
Bei Monolith Collectiv kümmere ich mich vor allem um Web- und Printdesign, Konzeption und Marketing.

Kommentare

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>