Die Künstlersozialabgabe

Das Wichtigste zusammengefasst

Was ist die Künstlersozialabgabe?

Da selbstständige Künstler und Publizisten nicht sozialversichert sind wie angestellte Arbeitnehmer, soll ihnen durch die Künstlersozialversicherung ein ähnlicher Schutz wie der der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung ermöglicht werden. Die Künstlersozialabgabe dient dabei zur Finanzierung der Künstlersozialversicherung: Die kreativen Selbstständigen selbst zahlen, wie ein Angestellter, nur 50% der Beiträge, 20% werden durch einen Zuschuss des Bundes finanziert und die übrigen 30% zahlen die „Verwerter“ als Künstlersozialabgabe.

Wer ist denn „Verwerter“ und muss die Abgabe zahlen?

Verwerter sind alle, die künstlerische oder publizistische Dienstleistungen in Anspruch nehmen:

  • Typische Verwerter
    sind Unternehmen, die typischerweise künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen in Anspruch nehmen, wie z.B. Verlage, Rundfunk und TV, Theater, Werbeagenturen,…
  • „Eigenwerber“
    Wer für Werbung / Öffentlichkeitsarbeit für das eigene Unternehmen regelmäßig Aufträge an Künstler und Publizisten erteilt
  • Generalklausel
    Unternehmen, die unabhängig vom eigentlichen Zweck des Unternehmens nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen, um deren Werke oder Leistungen für Zwecke des Unternehmens zu nutzen und damit Einnahmen zu erzielen.

Worauf muss die Abgabe gezahlt werden und wie hoch ist sie?

Grundlage für die Abgabe sind alle Netto-Beträge aus Rechnungen, die von Kreativen im Laufe eines Jahres gestellt werden.
Dabei ist es unerheblich, ob die Kreativen selbst über die Künstlersozialkasse versichert sind oder nicht. Die Künstlersozialabgabe wird nämlich nicht an eine bestimmte Person gezahlt, sondern kommt in einen „Topf“ aus dem dann alle Versicherten versorgt werden.

Der Abgabesatz wird jährlich neu festgelegt. Für das Jahr 2019 beträgt er 4,2%.

Beipiel: Du lässt von einem Webdesigner eine Website gestalten á netto 2.000 €, von einem Fotografen Bilder dafür á 1.300 € und von einem Texter lässt du dir Texte schreiben á 1.600 €: Dann müsstest du 4,2% Künstlersozialabgabe auf 4.900 € zahlen = 205,80 €

Wer ist Künstler oder Publizist?

Darauf gibt (teilweise) das Künstlersozialversicherungsgesetzes (KSVG) Antwort: Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise wie ein Schriftsteller oder Journalist tätig ist.
Nun kann der Begriff „Kunst“ aber sehr weit ausgelegt werden und die Beurteilung erfolgt immer durch Einzelfallprüfung.
Fest steht, dass auch Webdesigner, die Webseite gestalten oder Influencer, die im Auftrag Bilder und Texte generieren als Künstler und/oder Publizisten angesehen werden und die in Anspruch genommene Leistung abgabepflichtig ist.

Lediglich für Zahlungen an an juristische Personen wie GmbH, UG, AG, e. V. oder auch an OHG oder KG fällt keine Künstlersozialabgabe an.

An wen ist die Künstlersozialabgabe zu zahlen?

An die Künstlersozialkasse (KSK).
Die verwertenden Unternehmen sind verpflichtet, sich selbst bei der KSK zu melden. Tut man dies nicht, stellt das eine Ordnungswidrigkeit dar, die Bußgeld, Nachforderungen und Säumniszuschläge nach sich ziehen kann.

Sind Leistungen von Monolith Collectiv abgabepflichtig?

Teilweise ja: Alles was mit Gestaltung, Konzeption und Grafik zu tun hat, ist abgabepflichtig und muss der KSK gemeldet werden. Alles was nur den sicheren Betrieb der Seite, die Seitenpflege oder technischen Support betrifft, ist nicht abgabepflichtig.

Hi, ich bin Svenja, frischgebackene Medienfachwirtin und blogge hier über den Büroalltag beim Monolith Collectiv und allem Möglichen rund um WordPress und Websites.
Bei Monolith Collectiv kümmere ich mich vor allem um Web- und Printdesign, Konzeption und Marketing.

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